Erstmals in der Region drosch ein Mähdrescher Sorghumhirse. Für den Versuch mit dem afrikanischen Getreide stellte Landwirt Christoph Friedinger aus Dingenhart einen Streifen Land zur Verfügung.
Andreas Taverner

«Wir müssen erst einmal die Schüttler richtig einstellen», erklärt Mähdrescherfahrer Thomas Friedli. Es ist Freitagnachmittag auf einem Feld unweit von Dingenhart. Der Weiler gehört zu Matzingen, das Feld von Landwirt Christoph Friedinger an der Hauptstrasse nach Thundorf liegt gerade noch auf Frauenfelder Boden. Friedli fährt mit dem Mähdrescher einige Meter ins Feld, um mit kritischem Blick die Einstellung zu optimieren. Erstmals wird er mit seiner Maschine ein Feld Sorghumhirse dreschen. Die verschiedenen Arten der Sorghumhirsen zählen in Afrika zu den Grundnahrungsmitteln.

Welche Mühle kann Sorghumhirse mahlen?

Der vergangene heisse Sommer bot Gelegenheit, die Getreideart auch hierzulande versuchsweise anzubauen. Die Initiative dazu ging vom Arboner Ueli Troxler aus, der als Freiwilliger Asylbewerber betreut und da mit Menschen aus Ostafrika zu tun hatte, woher das Saatgut für das Feld stammte. Eine besondere Herausforderung werde es sein, eine Mühle zu finden, welche Hirse mahlen kann. «Sobald wir Mehl haben, können wir daraus Fladenbrot oder sogar Flocken machen», sagt Troxler. Das kleinfruchtige Getreide ist nicht nur glutenfrei, sondern verfügt noch über weitere positive Eigenschaften, etwa einen hohen Gehalt an Magnesium und Eisen. Mindestens so wichtig findet Troxler, dass die Sorghumhirse auch lang andauernde Trockenheit sehr gut überstehen kann.

Korn ähnelt dem Raps

Das Versuchsfeld ist 200 Meter lang und rund 20 Meter breit. «Die Körner der Hirse ähneln von Grösse und Form her einem Rapskorn», sagt Mähdrescherfahrer Friedli. Die Pflanze hat viele Seitentriebe und wird bis 120 Zentimeter gross. Das Farbspektrum reicht von Grün bis Orange. Friedli startet die Maschine und drischt einen ersten Streifen. Nachdem die erste Probe im Anhänger ist und die Fachleute sich ein zufriedenstellendes Urteil bilden können, wird der Rest gedroschen.

Nach rund einer halben Stunde ist die Ernte von etwa 1200 bis 1500 Kilogramm eingebracht. «Das grösste Problem wird sein, die Hirse zu verkaufen», stellt Troxler fest. Sollte die Vermarktung funktionieren, schliesst er nicht aus, dass der Versuch nächstes Jahr wiederholt wird.

Quelle: Thurgauer Zeitung vom

Exotische Ackerfrucht bei Frauenfeld geerntet

Teile das

Teile die Seite mit Deinen Freunden!